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Geschichte

Geschichte des Feuerlöschwesens in Frielingsdorf

Vor Beginn des 19. Jahrhunderts Beschränkte sich der Feuerschutz jahrhundertelang auf die Nachbarschaftshilfe.
Von dem Herzog von Berg wurde am 27.11.1724 eine Anordnung erlassen, die bestimmt, dass Brandschäden, die durch "Nachlässigkeit und Verwahrlosung" entstehen, nicht mehr zu Steuernachlässen berechtigen, sondern bestraft werden. Diese Anordnungen befassten sich zwar mit der Abwendung von Feuergefahren, ohne jedoch eine Organisation des Feuerschutzes ins Leben zu rufen.

Erst im Jahr 1803 wurde für das Herzogtum Berg eine Allgemeine Feuerordnung erlassen und veröffentlicht. Hiermit wurde die Anschaffung von Feuerhaken und Brandleitern, die Beleuchtung in Stallungen und Scheunen, die Kontrolle von Back- und Stubenöfen und das Rauchen von Tabak in feuergefährlichen Orten geregelt.

Im Jahr 1812 wurde zwar auf dem Papier ein Feuer Corps gegründet, welches aber nie zum Einsatz kam.
Am 30.11.1833 wurde die erste Feuerlöschordnung für die Bürgermeisterei Lindlar erlassen.
Hier wurde folgendes festgelegt:
  • Aufteilung der Bürgermeisterei in drei Branddistrikte (Lindlar, Breun und Breidenbach)
  • Verteilung der Löschgeräte (Brandspritzen, lederne Eimer, Brandhaken und Brandleitern)
  • Anordnung zur Auswahl von 30 jungen, kräftigen Leuten unter Leitung eines Vorstehers in jedem Branddistrikt.
  • Ernennung eines Vorstehers durch den Bürgermeister für jeden Branddistrikt.
  • Kenntlich Machung des Vorstehers durch eine weissŸe Armbinde
  • Betätigung der Kirchenglocke bei einem Brand durch den Kirchendiener bis die Feuer Corps an Ort und Stelle ist
  • Bei einem Brand begeben sich die zum Feuer Corps gehörenden Leute mit den Löschgeräten zur Brandstelle
  • Aufteilung des Feuer Corps durch den Distriktvorsteher in drei Gruppen:
    • Löschen des Feuers
    • Rettung von Menschen, Tieren und Effekten und das Fortschaffen von in der Nähe befindlichen Feuer fangenden Sachen
    • Aufbewahrung der geretteten Gegenstände und Aufrechterhaltung der polizeilichen Ordnung
In einer Gemeinderatssitzung am 10.10.1833 wurde festgehalten, welche Feuerwehrtechnischen Geräte in der Bürgermeisterei Lindlar vorhanden waren. Weiterhin wurde beschlossen weitere Löschgeräte anzuschaffen und diese in noch zu errichtenden Brandspritzenhäuschen unterzubringen. Diese sollten an folgenden Standorten errichtet werden:
  • In Frielingsdorf an der Kirche
  • In Breun "bei der" Steinbruch
  • In Lindlar auf dem Schulhof
  • In Kemmerich bei dem Hofe
  • In Breidenbach in der Kapelle
Die Vorraussetzung zur Gründung einer einheitlichen Organisation des Feuerschutzes waren somit gegeben. Diese neu gegründeten Brand-Corps hatten den Charakter von Pflichtfeuerwehren.
Am 24.10.1868 musste in der Gemeinde Lindlar diese Feuerlöschordnung durch eine Polizeiverordnung neu geregelt werden. Diese beinhaltete weitgehend die gleichen Punkte wie die Feuerlöschordnung aus dem Jahr 1833. Das Gemeindegebiet wurde jedoch nun in 5, anstatt wie bisher 3, Branddistrikte eingeteilt:
  • Honschaften Lindlar und Oberhelling
  • Pfarrbezirk Frielingsdorf
  • Pfarrbezirk Süng
  • Honschaften Breidenbach und Ommer
  • Honschaften Stolzenbach und Unterhelling
Die Wahl und Ernennung der Löschcorpsmannschaften lag auch nach dieser neuen Polizeiverordnung in den Händen des Bürgermeisters. Auch hier ist wieder der Charakter der Pflichtfeuerwehr zu erkennen.
Wegen der mangelnden Einsatzbereitschaft stellten sich jedoch immer mehr Zweifel an der Zweckmäigkeit dieser Einrichtung ein. Mehrere Hausbrände beschleunigten das Ende dieser Pflichtfeuerwehr.

In Frielingsdorf wurden die Bürger durch die Herstellung einer Wasserleitung dazu veranlasst, eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen um diese Einrichtung im Brandfall sinnvoll zu nutzen. So wurde in einer Versammlung der Wasserleitungsgenossenschaft Frielingsdorf am 15.03.1898 ein Komitee gewählt, welches sich mit der Aufstellung von Statuten für die Einrichtung einer Freiwilligen Feuerwehr beauftragt wurde. Am 03. Mai 1898 wurden diese Statuten genehmigt und die Freiwillige Feuerwehr somit in Leben gerufen. Ihr erster Hauptmann wurde August Müller. Diese Freiwillige Feuerwehr bestand aus drei Abteilungen:
  • der Steigerabteilung
  • der Hydranten und Schlauchabteilung
  • der Überwachungsabteilung
So bestand die Löschgruppe Frielingsdorf im Jahr 1908 bereits aus insgesamt 57 Kameraden.
Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 wurde die Feuerwehr in den Polizeidienst eingegliedert.
Die erste Motorspritze wurde im Jahr 1939 angeschafft.
Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges wurde die Löschgruppe Frielingsdorf erheblich geschwächt. So wurde die aktive Wehr durch eine HJ Gruppe, bestehend aus 10 Leuten, verstärkt. Weiterhin wurde im zweiten Weltkrieg eine Frauenfeuerwehr gegründet, da viele Männer sich im Krieg befanden. Das Einsatzfahrzeug der Löschgruppe Frielingsdorf wurde durch die britische Besatzungsmacht eingezogen. So besaß die Löschgruppe nach dem Krieg lediglich eine Motorspritze, die bei einem Einsatz auf einen Lastwagen gehoben werden musste.
Erst im Jahr 1952 erhielt die Löschgruppe Frielingsdorf ein Feuerlöschfahrzeug vom Typ LF8. Untergebracht war es in dem Gerätehaus hinter der Grundschule Frielingsdorf.
Als dieses Gerätehaus den Anforderungen der Zeit nicht mehr entsprach wurde die Gemeinde Lindlar gedrängt ein neues Gerätehaus zu bauen. Da jedoch bereits die Nachbarlöschgruppe Scheel bereits 1967 ihr neues Gerätehaus bezogen hat, entschloss man sich die beiden Löschgruppen zu einem Löschzug in einem Feuerwehrgerätehaus unterzubringen. Dazu wurde Anfang der 1970er Jahre an das bestehende Gerätehaus der LG Scheel eine große Fahrzeughalle angebaut. Die Mitglieder der Löschgruppe Frielingsdorf zogen mit ihren Fahrzeugen nach Scheel. Den Bürgern der Gemeinde Lindlar verrichten sie seitdem als Löschzug Frielingsdorf / Scheel ihren Dienst.